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Strom, Gas, Heizung Zahle ich zu viel?

Zum Ende des Jahres kommen die Endabrechnungen der Energieversorger. Oft gibt es dann böse Überraschungen und Nachzahlungen sind fällig. Aber stimmen die Abrechnungen auch und welche Kosten sind berechtig? Wir haben für euch Tipps von der Verbraucherzentrale.


http://www.radioerft.de/erft/re/1536967/service

Heiz- und Gaskosten

Vergleichswerte
Hebt eure järhlichen Heizkostenabrechnungen auf, um neue Ablesewerte vergleichen zu können. Wenn eure Kosten für Heizung und Warmwasser trotz gleichbleibender Nutzung stark von Vorjahreswerten abweichen, dann kann es sich lohnen, einen Experten von der Verbraucherzentrale drübergucken zu lassen.

Abrechnungszeitraum
In jeder Abrechnung muss der Zeitraum angegeben sein, für den sie gilt. Dieser sollte stets genau ein Jahr betragen und nahtlos an eure vorige Abrechnung anschließen. Prüft deshalb, ob auf eurer Heizkostenabrechnung der richtige Zeitraum abgerechnet wurde. Wer umgezogen ist, hat natürlich in der neuen Wohnung nur ab dem Tag des Einzugs und in der alten Wohnung nur bis zum Auszug zu bezahlen. Achtet also nach Umzügen besonders auf die berücksichtigten Stichtage!
Bei einem Wohnungswechsel ist es zudem empfehlenswert, die Zählerstände abzulesen und diese Daten aufzubewahren. Das wird zwar in vielen Fällen im Rahmen von Wohnungsübergabeprotokollen ohnehin gemacht, jedoch nicht in jedem Fall.

Abrechnungsfrist
Nach Ende der Abrechnungsperiode hat euer Vermieter 12 Monate Zeit, um eure Heizkosten abzurechnen. Guckt deshalb nach, ob die Frist eingehalten wurde und die Abrechnung pünktlich kam. - Gegebenenfalls müsst ihr nicht zahlen. Das ist aber juristisch genau zu prüfen.

Vorauszahlungen
In den meisten Fällen zahlt ihr über das Jahr verteilt mit den monatlichen Nebenkosten schon im Voraus für die Heizkosten. Mit der Jahresabrechnung wird dann geprüft, wie viel ihr nachzahlt oder zurückbekommt. Kontrolliert deshalb, ob eure geleisteten Vorauszahlungen korrekt berücksichtigt wurden.

Energiekosten
Auf der Abrechnung müsst ihr Angaben zu den Kosten für den Brennstoffkauf (z.B. für Öl, Gas oder Fernwärme) sowie zu den sogenannten Heiznebenkosten (einzeln aufgeführt für z.B. den Schornsteinfeger oder Wartungskosten der Heizung) finden. Euch dürfen aber keine Reparaturkosten berechnet werden - diese muss euer Vermieter tragen. Kontrolliert die aufgeführten Brennstoffkosten und Heiznebenkosten auf eurer Heizkostenabrechnung.

Energiebezugskosten
Checkt, ob die berechneten Energiekosten sich grob an den folgenden Preisrichtlinien von 2017 orientieren:
Erdgas: 5-6 Cent pro kWh
Heizöl: durchschnittlich ca. 55 Cent pro Liter
Fernwärme: 90 bis 150 Euro pro MWh
Flüssiggas: 40 bis 60 Cent pro Liter

Bestände
Zu Beginn und am Ende eines Abrechnungszeitraums gibt es bei sogenannten "nicht leitungsgebundenen Energieträgern" (z.B. Heizöl oder Flüssiggas) in der Regel einen Restbestand - und da lohnt es sich, den auf eurer Heizkostenabrechnung zu überprüfen. Denn ein häufiger Fehler ist die Angabe des Bestands von jeweils 0 Litern. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass der Tank im Keller nach einer Heizsaison komplett leer ist. Kontrolliert deswegen, ob die Werte für Anfangs- und Restbestand bei Heizöl und Flüssiggas plausibel sind.

Heizölpreise
Haben verschiedene Heizöl-Lieferungen unterschiedliche Preise (pro Liter), darf für die Kostenberechnung nicht einfach ein Durchschnittswert gebildet werden. Hier gilt das sogenannte "First in - first out"-Prinzip. Das bedeutet, dass das Heizöl auch in der Reihenfolge seiner Anlieferung verbraucht und berechnet werden soll. War die erste Lieferung eines Jahres also besonders günstig, muss euch zunächst dieser niedrige Preis berechnet werden. Es kann gut sein, dass die hohen Kosten späterer Einkäufe erst im folgenden Jahr auf euch zukommen. Das "First in - first out"-Prinzip gilt auch für andere nicht leistungsgebundene Energieträger wie Flüssiggas und Pellets.

Verteilerschlüssel
Der Verteilerschlüssel bestimmt, wie Energiekosten auf die einzelnen Wohneinheiten umgelegt werden. Ihr findet den vereinbarten Umlageschlüssel in der Regel in Ihrem Mietvertrag. Die Abrechnung nach Quadratmetern darf dabei nur maximal 50 Prozent der Gesamtheizkosten ausmachen. Eure Verbrauchskosten können entsprechend mit 50 bis 70 Prozent zu Buche schlagen. Prüft also, ob die Heizkosten auf eurer Abrechnung richtig verteilt wurden. Außerdem darf der Verteilerschlüssel jeweils nur zu Beginn einer neuen Abrechnungsperiode geändert werden - und das nur, wenn ihr vorab von eurem Vermieter über die Anpassung informiert werdet. Guckt deshalb nach, ob der Verteilerschlüssel dem des Vorjahres entspricht.

Leerstand
Stehen Wohneinheiten im Abrechnungszeitraum leer, darf der Vermieter diese anteiligen Kosten nicht auf andere Mieter abwälzen. Vergleicht die Quadratmeter-Angaben, die dürften sich nicht ändern zum Vorjahr.

 

Strom

Rechnung
Das Gesetz (§ 40 Abs. 4 EnWG) schreibt vor, dass den Kunden die Rechnung spätestens sechs Wochen nach Beendigung der Abrechnungsperiode oder des Lieferverhältnisses vorliegen muss. Wer keine Rechnung erhält, sollte nachfragen, um keine böse Überraschung zu erleben. Denn trotz fehlender Rechnung verjährt die Forderung nicht. Kontrolliert zuerst die Angaben zu Messstelle, Zählerständen, Abrechnungszeitraum (Sie darf 12 Monate nicht wesentlich überschreiten. Kunden können statt der üblichen Jahresrechnung auch eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung verlangen. Hierfür kann der Versorger aber zusätzliche Kosten berechnen), Preis und Abschlagszahlungen.

Zählerstand stimmt nicht? 
Checkt, wie die Ablesung erfolgt ist. Guckt nach wann ihr den Zählerstand selbst mitgeteilt habt und ob der Versorger ihn auch berücksichtigt hat.

Rechnungsbetrag ist wesentlich höher als im Vorjahr?
Dafür kann entweder ein erhöhter Preis oder ein erhöhter Verbrauch verantwortlich sein. Prüft, ob der abgerechnete Preis dem vertraglich vereinbarten entspricht oder ob es eine (zulässige) Preiserhöhung gab. Sucht euch eventuell einen günstigeren Energieversorger. Dabei helfen Vergleichsportale im Internet, die allerdings nicht frei von Tücken sind. Hat sich der Verbrauch erhöht, empfiehlt sich eine Energieberatung bei der Verbraucherzentrale.

Ist der Bonus richtig berechnet und ausbezahlt?
Beim Anbieterwechsel gibt es oft einen Bonus. Ein Sofortbonus wird in der Regel in den ersten Belieferungsmonaten ausgezahlt, ein Neukundenbonus üblicherweise mit der ersten Jahresabrechnung gutgeschrieben. Fehlt er oder wurde er falsch berechnet, sollte beim Versorger nachgehakt und auf die Gutschrift bestanden werden.

Sind die neuen Abschläge realistisch?
Die neuen Monatsabschläge müssen zum bisherigen Verbrauch passen. Realistische Werte erhält man so: Zunächst die Zahl der Kilowattstunden auf der Jahresrechnung mit dem aktuellen Preis pro Kilowattstunde malnehmen. Dann den sogenannten Grundpreis für das ganze Jahr hinzurechnen. Zum Schluss die entstandene Summe durch zwölf teilen.

Ihr wollt die Rechnung wegen Fehlern nicht bezahlen?
Teilen Sie dem Energieversorger nachweislich (zum Beispiel per Einschreiben) den Fehler mit und fordern Sie ihn auf, eine ordnungsgemäße Abrechnung zu erstellen! Kürzen Sie die Rechnung eigenmächtig, kann zumindest der Grundversorger nach einer Ankündigung die Versorgung unterbrechen. Das ist auch schon bei relativ geringen "Rückständen" von mindestens 100 Euro möglich.

Beschwerden
Auf Beschwerden muss der Energieversorger innerhalb von 4 Wochen mit einer Begründung antworten. Danach kann die Schlichtungsstelle Energie eingeschaltet werden. Deren Empfehlung ist für den Kunden kostenfrei - allerdings auch unverbindlich. Der Energieversorger muss ihr nicht folgen.

 


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